Mit Schlangengift gegen Mastitis

In der Schweiz werden die wirtschaftlichen Verluste durch Mastitis auf jährlich 250 Mio. Franken geschätzt (Rückgang der Milchleistung, Behandlungskosten, verworfene Milch, vorzeitige Schlachtung).

Man unterscheidet akute und chronische Mastitiden. Bei der akuten Mastitis schwillt das Euterviertel extrem schnell an und schmerzt. Das Fieber steigt in kürzester Zeit auf sehr hohe Werte und die Kuh zeigt ein gestörtes Allgemeinbefinden. Zu spät erkannte akute Euterentzündungen können das Leben des Tieres gefährden. Chronische Mastitiden entstehen dagegen kaum merkbar: Das betroffene Eutergewebe ist höchstens etwas verhärtet, aber schmerzt nicht, und es besteht kein Fieber. Die Milch von Kühen mit Mastitis entspricht nicht der Qualitätsanforderung und darf nicht abgeliefert werden. Die Behandlungserfolge bei Mastitis sind trotz modernen Antibiotika nicht immer befriedigend. Mancher Landwirt hofft deshalb, mit komplementärmedizinischen Methoden die Abwehr der Kühe und damit die Heilungschancen zu verbessern. Auch erfahrene Tierhomöopathen geben zu, dass die Behandlung von Mastitiden schwierig und nicht immer erfolgreich ist. In gewissen Fällen, wo die Tiere genügend sichere Symptome für das Auffinden des richtigen Arzneimittels zeigen, kann aber die Homöopathie wertvolle Dienste leisten. Die folgenden Fälle sollen dies bestätigen.

 

Kuh mit hochgradiger akuter Mastitis (mit Antibiotika vorbehandelt):


Der Tierbesitzer beobachtet, dass die Kuh auf der Weide plötzlich sehr apathisch wirkt. Er treibt sie in den Stall und bemerkt, dass das Tier einen unsicheren Gang hat und extrem schwach ist. Der äusserst schlechte Allgemeinzustand veranlasst den Landwirt, sofort tierärztliche Hilfe anzufordern. Die Untersuchung des Tieres ergibt die Diagnose einer schweren akuten Mastitis (verursacht durch Kolibakterien) mit Blutvergiftung. Die Körpertemperatur ist stark erhöht, der Puls unregelmässig, schwach, auch aussetzend, das linke hintere Euterviertel ist geschwollen, schmerzt und bläulich verfärbt. Die Milch am Euterviertel ist wässrig-gelblich. Das Tier wird wegen der klaren Symptome und wegen der erfolglosen antibiotischen Vorbehandlung homöopathisch behandelt und erhält das Arzneimittel Lachesis C200. Die Kuh beginnt nach wenigen Stunden wieder zu fressen und erholt sich. Auch die Milch ist nach 10 Tagen wieder normal und das Tier lebt noch einige Jahre bei bester Gesundheit.


Lachesis wurde aus folgenden Gründen verschrieben:
- unerklärlicher Milchrückgang vor Ausbruch der Krankheit
- Blutvergiftung (Sepsis) mit Erschöpfung und Kreislaufschwäche
- Berührungsempfindlichkeit und Blauverfärbung des erkrankten Viertels
- linke Körperseite betroffen

 

Lachesis wird aus dem Gift der Buschmeisterschlange hergestellt. Das Gift führt zur Blutzersetzung und zum Austritt von roten Blutkörperchen aus den Kapillaren, wodurch die Haut der entzündeten Körperpartien purpurfarben-blau verfärbt erscheinen. In der homöopathischen Arzneimittelprüfung hat sich gezeigt, dass bei einer Vergiftung vor allem die linke Körperseite betroffen ist.

 

 

Schaf mit akuter Mastitis:
Auch ein Schaf war wegen akuter Mastitis an der linken Euterhälfte mit Fieber während 4 Tagen antibiotisch behandelt worden. Die Behandlung führte zwar zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes, doch nach Absetzen der Antibiotika verschlimmerte sich der Zustand des Tieres wieder. Die Mastitis war nicht ganz ausgeheilt und führte zu einer Blutvergiftung. Das Tier hatte Fieber, frass nichts mehr, war schwach und zeigte Kreislaufschwächen. Die linke Euterhälfte war dunkelblau und die Haut begann sich blasenartig abzulösen. Das Schaf wurde ebenfalls mit Lachesis C200 behandelt, worauf sich das Tier innerhalb von 24 Stunden erholte. Mit Lachesis konnte die Blutvergiftung rasch behoben werden, die Euterhälfte war jedoch durch die Entzündung zerstört. Die Verfärbung der Euterhaut normalisierte sich innerhalb von 3 Wochen.

 

Die beiden Fälle zeigen, dass mit Homöopathie auch schwere Krankheiten behandelt werden können, sofern die Symptome deutlich zum Vorschein kommen und ein Arzneimittel gemäss der Ähnlichkeitsregel gefunden werden kann. In den vorliegenden Fällen war die Wahl wegen der deutlichen Symptome nicht allzu schwierig. In manchen Krankheitsfällen gestaltet sich die Arzneimittelfindung wesentlich schwieriger und wird bei unsicherer Symptomatik gar verunmöglicht. Abschliessend sei erwähnt, dass akute Mastitiden wegen ihrer Gefährlichkeit nur in Zusammenarbeit mit dem Bestandestierarzt behandelt werden sollten.

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