Wenn Krankheiten chronisch werden

Während bei akuten Erkrankungen diese Symptome meist deutlich in Erscheinung treten, sind sie bei chronischen Krankheiten oft nicht so stark ausgeprägt, wodurch das Auffinden des richtigen Arzneimittels erschwert wird. Daher wird bei chronischen Fällen eine exakte Fallaufnahme gemacht. Dazu ist das Tier einerseits durch den Therapeuten exakt zu beobachten, andererseits muss durch Befragung des Tierbesitzers versucht werden, möglichst viele Informationen über das Tier zu erhalten. Die unten stehenden Fälle sollen dies zeigen.

 

Die Kuh Parma


Sie (Simmental x Red Holstein, 3½-jährig) leidet an einer chronischen Mastitis im hinteren rechten Euterviertel:
Die homöopathische Befragung des Tierbesitzers und die eigenen Beobachtungen ergaben ein sehr charakteristisches Bild: Bereits die äussere Erscheinung (Bild 1) ist eindrücklich und auch für Laien gut sichtbar. Für ein junges Tier handelt es sich hier um eine sehr grosse, grobknochige schwere Kuh mit dicker Haut und deutlichen Hautfalten am Hals (Bild 2). Sie bewegt sich nur ungern, kommt immer als Letzte von der Weide zurück in den Stall. Parma ist zwar sehr lieb und anhänglich, der Tierbesitzer regt sich aber über ihre Starrköpfigkeit auf. Wenn man etwas von ihr will, was ihr nicht passt, dann stellt sie sich quer. So ist es beispielsweise unmöglich, sie an einem andern als an ihrem gewohnten Stallplatz anzubinden. Wenn sie etwas nicht will, dann ist nichts zu machen! Sie hat durch ihre Körpermasse eine natürliche Autorität gegenüber den andern Kühen. Das Tier hält sich besonders gerne an warmen Orten auf.
Für die homöopathische Arzneimittelwahl ausschlaggebend waren die folgenden Symptome: die extreme Sturheit, die Trägheit und die Abneigung gegen Bewegung, das Verlangen nach Wärme und die faltige, schwammige Haut. Aufgrund der Fallaufnahme wurde der Kuh das Arzneimittel Calcium carbonicum in der Potenz C1000 verabreicht. Nach sieben Tagen war die Mastitis ausgeheilt und das Tier zeigte etwas mehr Energie (Bewegungsfreude).

Wie das Beispiel zeigt, werden bei chronischen Krankheitsfällen nicht nur körperliche Symptome, sondern auch Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen sowie Umstände, welche das Befinden des Patienten verbessern oder verschlechtern, berücksichtigt.

Als Kontrast zur trägen Kuh Parma soll ein weiteres Beispiel eines Tieres mit einer chronischen Krankheit besprochen werden.

 

Die Kuh Sandra


Sie erkrankte an einer akuten Lungenentzündung, welche trotz langer und intensiver schulmedizinischer Behandlung nicht besserte. Sobald die Antibiotika abgesetzt wurden, verschlechterte sich der Zustand des Tieres wieder. Schon vier Wochen zog sich nun das Krankheitsgeschehen hin, die Lungenentzündung war chronisch geworden und die Euthanasie wurde in Erwägung gezogen. Als letzte Massnahme wurde versucht, die Kuh homöopathisch zu behandeln. Bei der homöopathischen Fallaufnahme konnten folgende charakteristischen Symptome festgestellt werden: Es handelt sich um eine extrem nervöse Kuh, bereits aus geringstem Anlass geriet sie in panische Angst. Tierärztliche Spritzen wurden mit gefährlichen und gezielten Abwehrbewegungen quittiert. Die Lungenentzündung betraf vor allem die linke Lungenseite. Seit der Erkrankung lag die Kuh nur noch auf der rechten Körperseite. Die Kuh war aufgrund der lange dauernden Krankheit stark abgemagert und gab nur noch wenig Milch. Aufgrund des ängstlichen und nervösen Verhaltens, der linksseitigen Lungenentzündung, der Besserung des Befindens durch Liegen auf der rechten Seite wurde das Arzneimittel Phosphorus verabreicht. Bereits nach zwei Tagen verbesserte sich der Allgemeinzustand des Tieres sichtbar, die Kuh erholte sich zusehends und lebte noch mehrere Jahre bei bester Gesundheit weiter.

 

Die beiden Fälle zeigen, dass in der Homöopathie die Arzneimittelwahl individuell auf die Symptomatik des jeweiligen Patienten abgestimmt werden muss. Gute Beobachtungsgabe und homöopathische Kenntnisse sind die Grundvoraussetzung zur Behandlung von chronischen Krankheitsfällen.

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