Linderung bei Insektenstichen

Insektenstiche sind für Tiere unangenehm und oft sehr schmerzhaft, wie für uns Menschen auch. Sie führen zu Juckreiz, Schwellungen und manchmal sogar zu allergischen Reaktionen. Hat ein Tier plötzlich Mühe beim Atmen oder tritt ein Nesselfieber (Hautausschlag mit starkem Juckreiz) auf, ist auf jeden Fall eine Tierärztin zu verständigen. Ansonsten ist es von Vorteil, einen allfälligen Stachel zu entfernen und die betroffene Stelle zu kühlen.
Linderung können auch verschiedene homöopathische Mittel bringen:


- Apis ist die lateinische Bezeichnung für die Honigbiene. Wird man von einer Biene gestochen, macht das Bienengift die Zellwände durchlässig. Dies führt zu einer verschieden stark ausgeprägten Wasseransammlung im Gewebe, einem sogenannten Ödem. In der Homöopathie macht man sich dieses Bienengift zunutze. In homöopathischer Dosierung eingesetzt, hilft es bei plötzlich auftretenden warmen, blassroten, sehr schmerzhaften Schwellungen, die mit einem Ödem einhergehen. Die betroffenen Tiere sind unruhig und lassen sich nicht gerne berühren.


- Ledum ist eine Substanz, die aus Sträuchern, dem Sumpfporst, gewonnen wird. Im Gegensatz zu Apis wird es eingesetzt bei Schwellungen, die zwar auch schmerzen, aber die sich bei Berührung kühl anfühlen. Auch bei infizierten Insektenstichen ist es das Mittel der Wahl.


- Treten nach einem Insektenstich Blasen und starkes Brennen auf, helfen Cantharis-Globuli, die gereizte Haut zu beruhigen. Als Ausgangssubstanz dient hier bei der Herstellung ein getrockneter Ölkäfer. In der Natur scheiden diese Käfer bei Bedrohung eine stark giftige Flüssigkeit aus, die auf der Haut zu Blasen führen kann.


Anhand der oben aufgeführten Beispiele wird uns das Grundprinzip der Homöopathie, das Ähnlichkeitsgesetz, verdeutlicht. Es besagt, dass eine Substanz, die beim Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, ähnliche Symptome beim Kranken heilen kann.


Auch bei Verletzung mit spitzen Gegenständen


Es ist deshalb auch nicht weiter verwunderlich, dass die oben erwähnten Mittel auch bei Stichen anderer Ursache, aber ähnlicher Symptomatik, eingesetzt werden können. Ledum wird neben der Behandlung von Insektenstichen auch bei Verletzungen durch spitze Gegenstände wie Nägel und Splitter eingesetzt. Charakteristisch ist auch hier die Kälte im Wundbereich. Die Tiere schätzen kalte Umschläge an der betroffenen Stelle. Bei Verletzungen im Bereich eines Gelenkes ist aber unbedingt eine Tierärztin beizuziehen.
Wird bei einer Stichverletzung nervenreiches Gewebe verletzt, können im Anschluss Schmerzen entlang der Nervenbahnen auftreten. Hypericum, das Johanniskraut, ist ein gutes Folgemittel nach Ledum und hilft, diese stechenden Schmerzen zu lindern.

Arnica solange Bisse nicht entzünden

Bisse und dadurch entstandene Abszesse können oft unliebsame Folgen haben und müssen medizinisch versorgt werden. Homöopathische Mittel sind hier Ergänzung oder Alternative zu den herkömmlichen, schulmedizinischen Behandlungen.


Unwillig steigt Kater Garfield im Sprechzimmer aus seinem Körbchen. Laut Besitzerin ist der Kater bei bester Gesundheit, nur heute Morgen habe er sein Futterschälchen nicht wie üblich vollständig geleert und habe sich unter dem Sofa verkrochen. Vor zwei Tagen sei er leicht verstört und mit buschigem Schwanz von seinem nächtlichen Ausflug heimgekehrt.  Die Körpertemperatur ist leicht erhöht und beim Abtasten findet sich auf dem Kopf eine Stelle mit verklebten Haaren. Das Ausscheren bringt Klarheit: Zwei kleine Löcher kommen zum Vorschein, mit allergrösster Wahrscheinlichkeit Bisslöcher verursacht durch die Eckzähne eines Rivalen.


Gefahr durch Bakterien


Jeder Tierhalter wird bei seinem Vierbeiner schon kleinere Wunden selbst verarztet haben. Sind diese Verletzungen nur oberflächlich, heilen sie in aller Regel auch mit Erfolg ab. Aber gerade durch Kratzer und vor allem Bisse anderer Tiere gelangen Bakterien in die Wunde und führen zu einer Entzündung. Selbst wenn äusserlich schon bald nichts mehr zu sehen ist, kann es zu Eiteransammlungen im Gewebe kommen, einem sogenannten Abszess. Je nach Lokalisation und Grösse kann ein Abszess für ein Tier harmlos oder gefährlich sein und mit Fieber und Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens einhergehen. In der Regel entscheidet der Tierarzt, ob ein Abszess noch zur Reifung gebracht oder mit dem Skalpell gespalten und gespült werden muss. Eine Nachbehandlung mit Schmerzmitteln und Antibiotika ist meistens angebracht.
Aber auch hier bieten verschiedenste homöopathische Mittel Unterstützung oder unter tierärztlicher Aufsicht Alternativen an.


Der erste Griff zu Arnica


Bei Verletzungen und Unfällen wird meist Arnica (ein Korbblütler) als erste homöopathische Arznei verabreicht. Ist die Hautoberfläche unversehrt und kein Eiter zu sehen, die betroffene Stelle aber sehr berührungsempfindlich, liegt man damit sicher richtig. Gerade als Folge von Katzenbissen kommt es aber häufig zu Eiterbildung und eben zu Abszessen. Hepar sulfuris ist eine Mischung aus Austernschale und Schwefel und bringt Linderung bei sehr schmerzhaften Gewebeentzündungen mit Eiteransammlungen. Die betroffenen Tiere wehren sich gegen jede Berührung. Sie suchen die Wärme und ertragen Kälte weder generell noch an der verletzten Stelle. Hepar bringt unreife Abszesse zur Reifung. Ist der Eiter dann entleert und die Wundhöhle durch den Tierarzt gründlich gespült worden hilft Silicea (Kieselsäure des Bergkristalls) oft bei der Abheilung. Besonders bei schlecht heilenden Wunden mit Verhärtungen des umliegenden Gewebes lohnt sich der Einsatz von Silicea Globuli. Typsicherweise lassen sich diese Tiere trotz ihrer Verletzung gut berühren und bleiben in ihrem Verhalten sanft.


Hepar und Silicea gegen Eiter


Zurück zu Kater Garfield. Wendig, mit viel Kraft und unter Einsatz seiner Krallen versucht er unsere Untersuchungen am Kopf abzuwehren. Trotzdem schere ich das Fell um die verletze Stelle und spüle die beiden Bisslöcher sorgfältig aus. Die Umgebung der Bisslöcher ist stark geschwollen, die Eitermenge noch nicht sehr gross aber stinkend. Aufgrund seiner heftigen Abwehrhaltung und der Tatsache, dass der Abszess noch nicht vollständig gereift ist, erhält Garfield zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung fünf Globuli Hepar sulfuris C30. Ich bitte die Besitzerin, in zwei Tagen anzurufen und den Verlauf zu beschreiben. Nach zwei Tagen erhalte ich Bericht, dass Garfield schon am Tag der Behandlung  wieder leichte Berührungen am Kopf geduldet hätte. Eiter sehe sie keinen mehr, aber immer noch wenig durchsichtige Flüssigkeit. Ansonsten sei Garfield wieder ganz der Alte. Zufrieden mit dieser Information verabschiede ich mich mit dem Rat, mit einer Dosis Silicea C30 die vollständige Abheilung zu unterstützen.

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